Ambulante Pflege zu Hause – damit Zuhause Zuhause bleiben kann
Die meisten Menschen möchten in der eigenen Wohnung gepflegt werden. Ambulante Pflege macht das möglich: Eine Pflegekraft kommt zu festen Zeiten, übernimmt Grundpflege, medizinische Behandlungspflege oder hauswirtschaftliche Unterstützung – und die Familie trägt den Rest gemeinsam mit. Hier finden Sie den Überblick über Leistungen, Kosten und die Auswahl eines Dienstes.
- Leistungen verständlich erklärt
- Regionale Dienste
- Anfrage in 3 Minuten

Was ambulante Pflege konkret abdeckt
Ambulante Pflege ist kein Paket, sondern eine Kombination aus einzelnen Leistungen, die zur Situation passt.
Grundpflege
Körperpflege, Hilfe beim An- und Auskleiden, Unterstützung beim Essen und bei der Mobilität. Diese Leistungen werden über den Pflegegrad als Pflegesachleistung abgerechnet.
Behandlungspflege
Medikamentengabe, Injektionen, Wundversorgung, Kompressionsstrümpfe oder Blutzuckerkontrolle. Sie werden ärztlich verordnet und laufen über die Krankenkasse, unabhängig vom Pflegegrad.
Hauswirtschaft und Entlastung
Einkaufen, Kochen, Reinigen und Begleitung. Diese Leistungen lassen sich häufig über den Entlastungsbetrag oder eine Umwidmung von Sachleistungen finanzieren.
So organisieren Sie die Versorgung
- 01Bedarf sortieren
Notieren Sie eine Woche lang, wobei tatsächlich Hilfe nötig ist – morgens, abends, medizinisch, hauswirtschaftlich.
- 02Finanzierung klären
Pflegegrad, ärztliche Verordnungen und Entlastungsbetrag prüfen. Die Pflegeberatung nach § 7a SGB XI ist kostenlos.
- 03Dienste parallel anfragen
Mit einer Anfrage mehrere Anbieter erreichen und Rückmeldungen zu Startdatum und Zeitfenstern vergleichen.
Qualitätsmerkmale eines guten ambulanten Dienstes
Feste Bezugspflegekräfte
Ein kleines, gleichbleibendes Team reduziert Erklärungsaufwand und ist besonders bei kognitiven Einschränkungen entscheidend.
Erreichbarkeit außerhalb der Tour
Klären Sie, wer ans Telefon geht, wenn abends etwas passiert, und ob es eine Rufbereitschaft gibt.
Transparente Leistungs- und Kostenaufstellung
Ein seriöser Dienst legt vor Vertragsschluss offen, welche Leistungskomplexe abgerechnet werden und welcher Eigenanteil bleibt.
Zusammenarbeit mit Ärzten und Apotheke
Bei Behandlungspflege spart eine eingespielte Kommunikation mit Hausarztpraxis und Apotheke sehr viel Organisation.
Antworten auf die wichtigsten Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Grundpflege und Behandlungspflege?
Grundpflege umfasst körperbezogene Hilfen wie Waschen, Ankleiden oder Mobilisation und wird über die Pflegeversicherung finanziert. Behandlungspflege ist medizinisch, wird vom Arzt verordnet – etwa Wundversorgung oder Medikamentengabe – und über die Krankenkasse abgerechnet.
Was zahlt die Pflegekasse bei ambulanter Pflege?
Ab Pflegegrad 2 stehen Pflegesachleistungen zur Verfügung, deren Höhe mit dem Pflegegrad steigt. Zusätzlich gibt es für alle Pflegegrade einen monatlichen Entlastungsbetrag für Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Die aktuellen Beträge veröffentlicht das Bundesgesundheitsministerium.
Kann ich Pflegegeld und Pflegedienst kombinieren?
Ja, das ist die sogenannte Kombinationsleistung. Wenn Sie nur einen Teil der Sachleistung über den Dienst abrufen, wird das anteilige Pflegegeld zusätzlich ausgezahlt.
Wie oft kommt ein ambulanter Pflegedienst?
Von einmal wöchentlich bis mehrmals täglich ist alles möglich. Der Rhythmus richtet sich nach dem Bedarf, den verordneten Leistungen und dem verfügbaren Budget – und muss zur Tourenplanung des Dienstes passen.
Was passiert, wenn sich der Pflegebedarf verändert?
Der Leistungsumfang lässt sich anpassen. Bei dauerhaft höherem Bedarf ist ein Höherstufungsantrag bei der Pflegekasse sinnvoll; der Medizinische Dienst begutachtet dann erneut.
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